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22.10.2009 World Rescue Challenge 2009 : Teil 4

+++ Weltmeisterschaften der Unfallrettung 2009 in Frankfurt am Main +++

Die Technik der hydraulischen Rettungsgeräte, hat sich in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt. Neben den standardisierten Single- oder Mono Kupplungen vieler Rettungsgerätehersteller, nimmt die Miniaturisierung weiter zu. "Letzter Schrei" der Firma Lancier sind wesentlich verkleinerte und deutliche biegsamere Hydraulikschläuche. Die ohne Metalleinlage auskommenden Hydraulikschläuche, sind ca. 15% kleiner (bzw. leichter) bringen bei gleichem Durchfluss aber die gleiche Leistung am Rettungsgerät. Die flexibleren Schläuche werden aus Kevlar und Aramid gefertigt und sollen besser in der Handhabung sein. Ein austauschen nach maximal 10 Jahren Gebrauch ist dennoch vorgeschrieben.

Raum für die Rettung nach Hinten schaffen

Das Wettrennen zwischen Fahrzeugherstellern und Schneidgerät-Herstellern ist weiterhin voll im Gange. Die Rettungsgerätehersteller empfehlen meist gebogene (abgerundete) Schneidmesser für Schneidgeräte zur PKW-, LKW- Unfallrettung. Dies passen sich besser an die Fahrzeugstrukturen an und zeigen ein wesentlich verbessertes Einzugsverhalten (zum Messerdrehpunkt hin). Dagegen zeigen gerade Schneidmesser bei Blechen, Profilschnitten und Gitter- bzw. Rahmenkonstruktionen ihre Vorteile, verdrehen sich aber öfters bei runden PKW Konstruktionen. Der alte Grundsatz gilt weiterhin : 60 % der Effektivität entscheidet der Geräteführer, weitere 40 % entscheidet die Technik.

Softcover dazwischen halten

In den Wettbewerbssituationen war der Patientenschutz absolut vorrangig. Immer ging es um verletzungsmusterangepasstes Verhalten der Einsatzkräfte. Kamen hydraulische Rettungsgeräte zum Einsatz, so wurde immer ein Hard- oder Softcover von innen vor die Schnittstelle gehalten, um keinen Splitter Richtung Patient fliegen zu lassen. Die aus transparenten Weichplastik oder Kunststoff geformten "Schutzschilde" sind äußerst sinnvolle Ergänzungen zu jedem örtlichen Rettungssatz.

Die am Fahrzeug durchgeführten Schnitte (mit Säbelsägen oder hydraulischen Rettungsgeräten) wurden in jeder Übung mit Schutzdecken abgedeckt. Scharf Kanten oder spitze Metallteile konnten so keine Einsatzkraft verletzten. Auch Geräteablagen Folien wurden z.T. als Schutzdecke am Fahrzeug genutzt. Befestigt wurden die Folien / Schutzdecken mit Kuststoffklammern, welche um die Kontur des PKW gedrückt werden, um die Decken an Ort und Stelle zu befestigen.

axiale Rettung aus PKW

Parallel zur Rescue Challenge 2009 im Außenbereich, fand in der Feuerwache 1 die World Trauma Challenge 2009 statt. Dort angemeldetes internationales Rettungsdienstpersonal musste sich in gestellten Unfallsituationen bewähren und zwei vorgefundene Personen medizinisch erstversorgen. Sprachverständigungen gab es keine: Amtssprache Englisch. Auch hier waren Schiedsrichter der WRO im Einsatz, um Vorgehensweisen und medizinische Sachverhalte zu bewerten und Maßnahmen benoten zu können.

Auffahrunfall

Während den drei Wettkampftagen war zusätzlich in einer Fahrzeughalle ein begleitende Fachmesse aufgebaut. Alle namhaften Rettungsgerätehersteller waren anwesend, um Kundenkontakt aufzubauen und neueste Trends mitzubekommen. Zudem traten die Hersteller als Sponsor der Weltmeisterschaft auf und stellen die Rettungsgeräte für die einzelnen Übungen zu Verfügung. Auf der Messe konnten sich die Besucher informieren, kaufen oder Fragen loswerden.

Am Samstag Abend endete die Weltmeisterschaft mit der Siegerehrung. Hier die Ergebnisse:

World Rescue Challenge, Weltmeister 2009 (Best Over all) 1. Royal Berkshire (England) 2. Hampshire (England) 3. Bridgend (Wales ) Best medic Royal Berkshire (England) Best Team Leader Royal Berkshire (England) Best Rapid Royal Berkshire (England) Best Standard Hampshire (England) Best Complex Hampshire (England) Sieger: World Trauma Challenge 2009 Northumberland (England)

Fazit der Weltmeisterschaft: Alleine das zuschauen und die Gespräche mit den wro Teilnehmern war die Reise nach Frankfurt wert. Viele neue Eindrücke, etliche neue Ideen für Unfallübungen und interessante Techniken und Vorgehensweisen waren zu bestaunen. Die Veranstaltung brachte einen hervorragenden Lerncharakter ... und zudem sind eine Menge Ausbildungsunterlagen und Filme der Rettungsübungen entstanden.

+++ Da die Weltmeisterschaften in Zukunft so schnell nicht wieder nach Deutschland kommen dürfte ...war der Besuch absolut Ereignisreich.Für Rückfragen zur Thematik steht Holger Bauer gerne zu Verfügung ... +++

© Bild,Text: Fachautor Holger Bauer