Freiw. Feuerwehr Bissendorf

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29.10.2012 Eingeklemmte Personen im PKW

+++ Herausfordernde ABC Zug Nachtübung in Bissendorf +++

Durchdringende Schreie in dunkler Nacht; ein PKW steht an einem Baum, zwei Personen sollen darin eingeklemmt sein, meldet der Anrufer bei der Regionsleitstelle. Am Wagen soll eine Gefahrgutkennzeichnung vorhanden seinů und ein Label "radioaktiv". Mehr Informationen hatten die Einsatzkräfte nicht, als sie am Montagabend gegen 19:45 Uhr an der Einsatzstelle eintrafen.

In dunkler Nacht war zunächst nur ein Warnblinklicht auf der Straße erkennbar. Von weitem aus wurde eine orangefarbene Warntafel sichtbar, woraufhin der Gefahrguteinsatz anlief. Auch der Gefahrenzettel mit dem radioaktivzeichen wurde ausgemacht. Eine Person lag schreiend auf der Fahrbahn. Die Absperrgrenze wurde als Erstmaßnahme von den Rettungskräften mit Flatterband definiert und ein Arbeitsbereich abgesperrt. Weitere Spezialisten für den Bereich atomare Gefahren wurden alarmiert.

Unfallstelle

Bei Temperaturen um 6,5 Grad Celsius, westlicher Windrichtung und nasser Wetterlage wurde eine Einsatzleitung vor Ort (ELO) eingerichtet und die Führungsassistenten in den Einsatz gebracht. Diese sammelten die Einsatzdaten und stand in Verbindung mit dem Einsatzleiter.

Zunächst jedoch wurde nach der 4x A und 2 x V Methode vorgegangen. Nach Einschätzung der Einsatzleitung wurde die Menschenrettung vorangetrieben. Die Geräte- und Sanitätsablage vom Rüstwagen 1 Bissendorf wurde bestückt und der hydraulische Rettungssatz, mittels Sackkarre, am Unfallfahrzeug positioniert. Ein Atemschutztrupp hatte gegen 19:58 Uhr die primäre Aufgabe schnellstmöglich die Menschenrettung im Gefahrenbereich zu bewerkstelligen.

AGT ausrüsten

Parallel wurde die Einsatzstelle großräumig ausgeleuchtet und eine Grobdekontamination vor Ort aufgebaut. Im Gerätewagen-Gefahrgut (GW-G) der Gemeinde Wedemark wurde derweil die Gefahrgutdatenbank in Betrieb genommen, die Atemschutzüberwachung nahm die Einsatzzeiten der eingesetzten AGT Träger.

Zunächst wurde die auf der Straße liegende Person zur Absperrgrenze verbracht und dort erstversorgt. Wie sicher im Einsatzverlauf schnell herausstellte war der betroffene radioaktive Karton nicht beschädigt, sodass dieses in ein Behältnis verpackt und separiert wurde. Somit blieb etwas mehr Zeit für die verletzungsmusterangepasste Rettung aus dem Unfallfahrzeug.

Absperrbereich

Am Absperrbereich hatten sich parallel der AGT Sicherungstrupp und der Reservetrupp in Bereitschaft gestellt. Als Sicherungsmaßnahme wurden die Einsatzkräfte bereitgehalten, um im Ernstfall eines AGT Unfall die Kameradenrettung sicherzustellen.

Nach 15 Minuten war die Beifahrerin vom AGT Trupp aus dem Unfallfahrzeug befreit und konnte mittels Feuerwehtrage an die Absperrgrenze gebracht werden. Nach einer Stunde wurde die praktische Übung vor Ort beendet, um anschließend im Feuerwehrhaus der Stützpunktfeuerwehr Bissendorf noch eine theoretische Nachbetrachtung der Lage durchzuführen. Horst- Günther Hahn ließ den Einsatzablauf Revue passieren und gab den Einsatzkräften die wichtigsten Daten und Grundlagen bei A-Lagen mit auf den Weg.

Erstversorgung

Die Zusammenarbeit innerhalb der ABC Zuges Wedemark wurde erneut positiv bewertet wobei in der Nachbesprechung auch Verbesserungspotential aufgedeckt wurde. Herausforderung bei dieser Übung war sowohl die Atomare- Gefahr, als auch die Entfernung zum Unfallobjekt von ca.50 Metern.

© Bild,Text: Holger Bauer